Aufschaltung nach VdS-Standard

VdS SecurIP ist das von VdS entwickelte Protokoll, das Gefahrenmeldungen verschlüsselt und manipulationssicher über das Internet überträgt. Es sorgt dafür, dass jede Meldung einer Einbruch- oder Brandmeldeanlage sicher und nachweisbar bei unserer nach VdS 3138 und DIN EN 50518 zertifizierten Notruf-Service-Leitstelle ankommt.

DP4 beschreibt dabei die höchste Klasse der Übertragungssicherheit nach DIN EN 50136: Zwei voneinander unabhängige Übertragungswege werden gleichzeitig betrieben und gegenseitig überwacht. Fällt einer aus, übernimmt der andere automatisch. Das Ergebnis ist eine Aufschaltung, die auch dann funktioniert, wenn eine Leitung gestört oder unterbrochen ist.

Warum die Aufschaltlogik über Erfolg oder Fehlalarm entscheidet

In der Praxis passieren die meisten Fehler nicht bei der Alarmanlage selbst, sondern bei der Aufschaltlogik, Redundanz und Überwachung. ALZENTRA-Sievers setzt VdS SecurIP und Dual-Path-Konfigurationen so um, dass Alarm- und Störmeldungen zuverlässig, nachvollziehbar und revisionsfest an der Leitstelle ankommen.

Viele Anlagen sind heute „IP-fähig" – aber nicht automatisch korrekt aufgeschaltet. Gerade bei VdS SecurIP und Dual-Path-Vorgaben wie DP2 oder DP4 entscheidet die korrekte Umsetzung darüber, ob:

Störungen rechtzeitig erkannt werden
Redundanz wirklich greift (statt nur „auf dem Papier")
Alarme mit sauberer Ereignislogik und eindeutiger Identifikation verarbeitet werden

Wenn Sie VdS-konforme Neuaufschaltungen für Ihre Einbruchmeldeanlage oder Brandmeldeanlage planen oder bestehende Aufschaltungen modernisieren, hilft Ihnen diese Seite, die Begriffe, Anforderungen und typischen Stolpersteine schnell einzuordnen.

VdS SecurIP (VdS-2465-Protokollfamilie): Was ist das?

VdS SecurIP ist ein einheitliches Übertragungsprotokoll für Gefahrenmeldungen, das für die Übertragung in TCP/IP-Netzen weiterentwickelt wurde. Die VdS-Protokollfamilie wurde dafür in mehrere Teile aufgeteilt; die Teile VdS 2465-2 bis VdS 2465-5 werden unter dem Begriff „VdS SecurIP" zusammengefasst. Dabei werden Nutzdaten einheitlich strukturiert (XML) und können optional um Zusatzinformationen (z. B. Bild- und Tonaufnahmen) ergänzt werden. Außerdem gibt es erhöhte Anforderungen an Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit inklusive mehrstufiger Verschlüsselung und automatischem Schlüsselwechsel.

Technische Kernmerkmale

XML-Struktur
Variable Meldungsinhalte werden einheitlich strukturiert und nach definierten Parametern weitergereicht.
Protokoll-„Übersetzung"
Fremdprotokolle (z. B. Telim, SIA, CONTACT ID) können in ein gemeinsames Basisprotokoll überführt werden.
Optionale Multimedia-Anreicherung
Inhalte lassen sich optional um Zusatzinformationen wie Bild- und Tonaufnahmen erweitern.
Cyber-Security-Fokus
Moderne Sicherheitsmechanismen inklusive mehrstufiger Verschlüsselung und automatischem Schlüsselwechsel genügen den höchsten Sicherheitsanforderungen.
Wichtig für die Praxis: VdS SecurIP ist ein Rahmen für eindeutige, sichere, standardisierte Ereignisübertragung – und damit die Basis für reproduzierbare Leitstellenprozesse.

Dual Path nach DIN EN 50136-1: Was bedeuten DP2 und DP4?

DP-Kategorien (Dual Path) stammen aus der DIN EN 50136-1 und beschreiben Anforderungen an Alarmübertragungsanlagen (unabhängig davon, ob es um EMA oder BMA geht). Die Norm definiert Kategorien für Alarmübertragungsanlagen (AÜA) – u. a. Single Path (SP) und Dual Path (DP) – und legt dazu messbare Leistungsmerkmale fest, z. B. Übertragungsdauern sowie maximale Meldungszeiten.

DP2 – Dual Path 2 Zweiwege-Übertragung mit definierten Leistungsmerkmalen
Erst-AÜW-Meldungszeit max. 30 Minuten
Praxis-Einordnung je nach Anwendung/Objekt passend – aber nicht automatisch „High-End"
Entscheidend was Versicherer, Polizei, TAB oder VdS-Vorgaben konkret verlangen
DP4 – Dual Path 4 Eine der höchsten Dual-Path-Kategorien
Erst-AÜW-Meldungszeit max. 90 Sekunden
Zweitweg bei ungestörtem Erstweg innerhalb 5 Stunden
Zweitweg bei gestörtem Erstweg innerhalb 90 Sekunden
Verfügbarkeit (7-Tages-Periode) mindestens 99,8 %
Beispiel-Kombinationen IP + GPRS/UMTS/LTE oder IP + IP mit unterschiedlichen Providern/Netzen

Aufschaltung nach VdS SecurIP planen oder prüfen?

Wir ordnen ein, welche Dual-Path-Kategorie zu Ihrem Objekt passt – und begleiten Umsetzung und Abnahme.

Direkt zum Ansprechpartner

VdS SecurIP + DP2/DP4: Wo passieren die häufigsten Fehler?

Diese Punkte sehen wir bei Projekten immer wieder – und sie lassen sich mit einer sauberen Aufschaltplanung vermeiden:

Zwei Wege vorhanden, aber nicht wirklich unabhängig

„IP und LTE" klingt redundant – ist es aber nur, wenn Provider, Netzführung und Komponenten sauber getrennt sind (je nach gefordertem Level).

Überwachung/Timing nicht passend parametriert

DP-Kategorien definieren u. a. Meldungszeiten und Fristen. Ist die Überwachung zu lax konfiguriert, erkennt das System Störungen zu spät.

Uneinheitliche Ereignislogik

Die Leitstelle kann nur dann schnell und sicher reagieren, wenn Ereignisse eindeutig klassifiziert und konsistent übertragen werden.

Migration ohne klare Mapping-Regeln

Beim Übersetzen älterer Protokolle muss dokumentiert sein, welche Ereignisse wie im Zielsystem ankommen.

Hinweis: Die konkreten Vorgaben hängen von Objekt, Risiko, Normbezug (EMA/BMA), VdS-Anerkennungen und vertraglichen Anforderungen ab.

Was ALZENTRA-Sievers bei VdS-SecurIP-Aufschaltungen konkret leistet

ALZENTRA-Sievers betreibt diese Aufschaltprotokolle im laufenden Betrieb. Für Kunden bedeutet das:

Aufschaltberatung

Einordnung, welche Dual-Path-Kategorie (z. B. DP2 vs. DP4) zu Ihrem Objekt und Ihren Anforderungen passt.

Planung der Redundanz

Technisch saubere Kombination der Übertragungswege inklusive Überwachungslogik.

Sauberes Ereignis-Handling

Konsistente Alarm- und Störklassifizierung für klare Leitstellenprozesse.

Dokumentations- und Abnahmefähigkeit

Nachvollziehbare Aufschaltparameter als Grundlage für Abnahmen und Prüfungen.

Für wen ist das besonders relevant?

VdS-konforme Neuaufschaltungen
Objekte mit erhöhtem Risiko (z. B. hohe Sachwerte, kritische Prozesse, Einbruchmeldeanlagen in Industrie und Logistik)
Betreiber mit „IP-Aufschaltung", die wiederholt Störungen, Fehlalarme oder unklare Zustände erleben
Kombinierte Anlagen (EMA + BMA) mit einheitlicher Übertragungsstrategie

Mini-Checkliste fürs Erstgespräch

Das sollten Sie bereithalten

Anlagentyp: EMA / BMA / kombiniert
Vorgaben: Anforderungen von Versicherungen oder Behörden
Objekt: Nutzung, Risiko, ggf. Versicherer- oder Polizei-Vorgaben
Bestehender Übertragungsweg: IP/DSL, Mobilfunk, Provider
Zielstandard: VdS SecurIP, Dual-Path-Kategorie (falls gefordert)
Interventionsprozesse: wer macht was im Alarmfall?

Ansprechpartner für Aufschaltungen

Danny Reichardt – Beratung Aufschaltungen ALZENTRA-Sievers

Info für Aufschaltungen

Danny Reichardt

Fragen zu VdS SecurIP, DP2/DP4 oder zur Modernisierung bestehender Aufschaltungen? Sprechen Sie mich direkt an.

Häufige Fragen zu VdS SecurIP und DP4

Ist VdS SecurIP „nur" Verschlüsselung?

Nein. VdS SecurIP beschreibt ein standardisiertes Protokollgerüst (inkl. XML-Struktur für variable Daten) und Sicherheitsmechanismen für die sichere Übertragung von Gefahrenmeldungen.

Was ist der Unterschied zwischen DP2 und DP4 in einem Satz?

Beide sind Dual-Path-Kategorien; DP4 stellt strengere Anforderungen (z. B. an Meldungszeiten und Verfügbarkeit) als DP2.

Können zwei IP-Wege überhaupt „Dual Path" sein?

Ja, in der DIN EN 50136-1 werden DP4-Beispiele auch als IP + IP mit unterschiedlichen Providern und Netzen beschrieben.

Quellen
  • VdS Schadenverhütung: Erläuterungen zu den Protokollen VdS 2465 und VdS SecurIP. vds.de (PDF) · Zuletzt aufgerufen: 21.07.2026
  • DIN EN 50136-1 – Alarmübertragungsanlagen, Leseprobe Kapitel „Aufschaltung von Brandmeldeanlagen". din-14675.info (PDF) · Zuletzt aufgerufen: 21.07.2026

Letzte Aktualisierung: 22.07.2026