Aufzugnotruf aufschalten: Was das bedeutet

Aufzugnotruf aufschalten heißt: Die Notrufeinrichtung im Fahrkorb wird mit einer rund um die Uhr besetzten Leitstelle verbunden. Drückt eine eingeschlossene Person die Notruftaste, nimmt dort geschultes Personal den Ruf an, spricht mit ihr und leitet die Schritte ein, die im Notfallplan und im Alarmplan für diesen Aufzug vereinbart sind. ALZENTRA-Sievers übernimmt diese Aufgabe als zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle in Münster, bundesweit für private, gewerbliche und öffentliche Auftraggeber.

Wichtig für die Erwartung: Die Leitstelle nimmt den Notruf an und koordiniert. Die Befreiung selbst führen die im Notfallplan genannten Befreiungsberechtigten oder beauftragten Servicepartner durch, bei Bedarf Feuerwehr oder Rettungsdienst.

Was die BetrSichV vom Aufzugnotruf verlangt

Die BetrSichV verlangt ein wirksames Zweiwege-Kommunikationssystem im Fahrkorb, über das ein Notdienst ständig erreichbar ist. Anhang 1 Nr. 4.1 sagt dazu sinngemäß: Wer eine Aufzugsanlage nach Anhang 2 Abschnitt 2 Nummer 2 Buchstabe a betreibt, hat dafür zu sorgen, dass im Fahrkorb ein Zweiwege-Kommunikationssystem wirksam ist, über das ein Notdienst ständig erreicht werden kann.

Zusätzlich ist ein Notfallplan anzufertigen. Er muss dem Notdienst zur Verfügung stehen, damit Notrufe unverzüglich angemessen bearbeitet und umgehend sachgerechte Hilfemaßnahmen eingeleitet werden können. Die Notbefreiungsanleitung und die erforderlichen Einrichtungen müssen vor Inbetriebnahme in unmittelbarer Nähe bereitstehen.

Quelle: Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), Anhang 1 Nr. 4.1 (Zuletzt aufgerufen: 19.10.2026)

Aufzugnotruf aufschalten – wir beraten Sie unverbindlich.

Betreiberpflichten im Überblick

Betreiberpflichten für Aufzugsanlagen mit Quellen
PflichtInhaltQuelle
Zweiwege-KommunikationSeit Ende der Übergangsfrist am 31.12.2020 für bestehende überwachungsbedürftige Aufzüge verbindlich.TÜV SÜD (Zuletzt aufgerufen: 19.10.2026)
Alarmknopf allein genügt nichtEin Alarmknopf, der nur in unmittelbarer Nähe des Aufzugs ein Signal auslöst, erfüllt die Anforderung laut TÜV SÜD nicht.TÜV SÜD (Zuletzt aufgerufen: 19.10.2026)
NotfallplanFür die Anlage anfertigen und dem Notdienst zur Verfügung stellen. Ist der Aufzug auf eine Notrufzentrale aufgeschaltet, liegt der Notfallplan dort vor. Prüfer fragen Inhalte per Testnotruf ab.TÜV SÜD (Zuletzt aufgerufen: 19.10.2026)
Wiederkehrende PrüfungHauptprüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS), Prüffrist höchstens zwei Jahre. In der Mitte zwischen zwei Hauptprüfungen folgt eine Zwischenprüfung.BetrSichV Anhang 2 Abschnitt 2 Nr. 4 und BAuA-FAQ (Zuletzt aufgerufen: 19.10.2026)

Die Prüfung umfasst laut TRBS 1201 Teil 4 unter anderem die Funktionsfähigkeit der Notrufeinrichtung sowie Notfallplan und Notbefreiungsanleitung. Die Beschaffenheit, Organisation und Qualifikation der ständig besetzten Stelle ist nicht Prüfgegenstand. Genau deshalb lohnt es sich, den Notdienst nach nachprüfbaren Kriterien auszuwählen, zum Beispiel nach Zertifizierung der Leitstelle.

Quelle: TRBS 1201 Teil 4, BGN Branchenwissen (Zuletzt aufgerufen: 19.10.2026)

Die vier Bausteine eines Aufzugnotrufs

Ein Aufzugnotruf wirkt im Ernstfall nur, wenn alle vier Bausteine zusammenpassen: Die Auslösung muss funktionieren, das Gegensprechen verständlich sein, der Aufzug eindeutig identifiziert werden und die Hilfe organisiert sein.

Auslösung: So wird der Notruf gestartet

Die Auslösung ist der Moment, in dem Hilfe angefordert wird, in der Regel über die Notruftaste im Fahrkorb. Entscheidend sind eine eindeutige Bedienung, die auch unter Stress verständlich ist, eine zuverlässige Übertragung bis zur Leitstelle und eine regelmäßige Funktionskontrolle, nicht erst im Ernstfall. Je zuverlässiger die Auslösung arbeitet, desto weniger Zeit geht in der kritischen Anfangsphase verloren.

Gegensprechen: Beruhigen, abklären, anleiten

Gegensprechen ist die Zweiwege-Kommunikation zwischen eingeschlossener Person und Leitstelle. Sie hilft, Angst zu nehmen und Fehlreaktionen wie Panik oder Selbstbefreiungsversuche zu vermeiden. Die Leitstelle klärt in kurzen Fragen, wie viele Personen im Fahrkorb sind und ob es gesundheitliche Probleme gibt, und gibt einfache Verhaltensanweisungen bis zur Befreiung. So erfüllt das System den Kern der BetrSichV-Anforderung: Ein Notdienst ist ständig erreichbar.

Identifikation: Welcher Aufzug meldet sich, und wo steht er?

Die Identifikation stellt sicher, dass ein Notruf eindeutig einem Aufzug zugeordnet wird. Dazu gehören Standortdaten (Adresse, Gebäude, Aufzugsbezeichnung), eine technische Kennung (Anlagen-ID oder Aufschaltnummer) und Betreiberinformationen wie Ansprechpersonen und Zugänge. Die Daten stammen aus dem Maßnahmenplan, den wir in unserem System hinterlegen. So weiß das Leitstellenpersonal beim Eingang des Rufs, um welche Anlage es geht und wer zu verständigen ist.

Hilfeleistung: Von der Annahme bis zur Begleitung bis zur Befreiung

Hilfeleistung heißt hier: Die Leitstelle leitet die Schritte ein, die im Alarmplan für den Aufzug vereinbart sind, und begleitet die Situation, bis die Befreiung durch die zuständigen Stellen erfolgt. Der typische Ablauf:

Notrufannahme und Gesprächsaufbau
Lageklärung: Personenanzahl, Zustand, besondere Risiken
Alarmierung der im Alarmplan vereinbarten Stellen, zum Beispiel Befreiungsberechtigte, Servicepartner oder Rettungskräfte
Begleitung der eingeschlossenen Personen im Gespräch, soweit vereinbart
Dokumentation für Nachvollziehbarkeit, Qualität und gegebenenfalls Prüfungen

Die konkrete Reaktion richtet sich nach Aufschaltung, aktuellem Alarmplan, Kontaktdaten und vertraglicher Vereinbarung. Eine bestimmte Reaktionszeit oder ein bestimmtes Ergebnis kann die Leitstelle nicht pauschal zusagen.

Wer macht was? Zuständigkeiten im Notfall

Im Notfall greifen vier Stellen ineinander, die klar getrennt sind. Die folgende Übersicht zeigt die übliche Aufteilung. Die konkrete Zuordnung legen Notfallplan und Alarmplan für Ihren Aufzug fest.

Zuständigkeiten im Notfall
StelleAufgabe im NotfallWo festgelegt
BetreiberNotfallplan erstellen und aktuell halten, Kontakte und Zugänge benennen, Notbefreiungsanleitung bereitstellenBetrSichV, Notfallplan
ALZENTRA-Sievers LeitstelleNotruf annehmen, mit eingeschlossenen Personen sprechen, Aufzug zuordnen, vereinbarte Stellen alarmieren, dokumentierenAlarmplan, Vertrag
Befreiungsberechtigte / ServicepartnerPersonen aus dem Fahrkorb befreienNotfallplan
Feuerwehr / RettungsdienstBefreiung in besonderen Lagen, medizinische VersorgungNotfallplan, Notruf 112

Aufzugnotruf professionell aufschalten – wir beraten Sie unverbindlich.

So läuft die Aufschaltung bei ALZENTRA-Sievers ab

Beratung: Wir klären Anlagentyp, Standort und Ihre Anforderungen im Gespräch.
Datenaufnahme: Wir erfassen Standortdaten, Anlagenkennung und die Inhalte Ihres Notfallplans. Die Vorlage unten hilft dabei.
Aufschaltung und Test: Das Notrufgerät wird auf die Leitstelle aufgeschaltet und per Testruf geprüft.
Alarmplan: Wir hinterlegen Ansprechpartner, Zugänge und Eskalationswege.
Laufender Betrieb: Sie melden Änderungen bei Kontakten oder Zugängen, wir pflegen die Daten.

Notfallplan fertig? Wir hinterlegen ihn bei der Aufschaltung in unserer Leitstelle.

Warum Sie Ihren Aufzugnotruf bei ALZENTRA-Sievers aufschalten sollten

ALZENTRA-Sievers ist die Notruf- und Serviceleitstelle der SIEVERS Gruppe in Münster. Die Leitstelle ist nach VdS 3138 für Notruf- und Serviceleitstellen und als Alarmempfangsstelle nach DIN EN 50518 zertifiziert. Die Zertifizierungen belegen festgelegte Anforderungen an Organisation, Technik und Prozesse. Sie garantieren nicht, dass ein Ereignis verhindert wird. Mehr dazu auf der Seite Zertifizierte Leitstelle.

Die Leitstelle arbeitet mit kundenspezifischen Alarmplänen, Eskalationsketten und dokumentierten Abläufen. Erfahrene Leitstellen-Mitarbeiter nehmen Notrufe an und kümmern sich um die betroffene Person.

Weitere Informationen zur Anbindung finden Sie unter Alarm-Aufschaltungen.

Beratung zur Aufschaltung Ihres Aufzugnotrufs

Sie möchten einen Aufzugnotruf aufschalten oder Ihre bestehende Aufschaltung prüfen lassen? Unser Vertrieb berät Sie unverbindlich.

Danny Reichardt, Vertriebsleitung bei ALZENTRA-Sievers

ALZENTRA-Sievers Notrufzentrale GmbH
An den Loddenbüschen 77
48155 Münster

















    Häufige Fragen zum Aufzugnotruf

    Was ist ein Aufzugnotruf?

    Ein Aufzugnotruf ist das Notrufsystem im Fahrkorb, mit dem eingeschlossene Personen Hilfe anfordern und über Zweiwege-Kommunikation mit einem Notdienst sprechen können.

    Ist ein Zweiwege-Kommunikationssystem im Aufzug Pflicht?

    Ja, für Aufzugsanlagen nach Anhang 2 Abschnitt 2 Nummer 2 Buchstabe a BetrSichV. Anhang 1 Nr. 4.1 BetrSichV verlangt ein wirksames Zweiwege-Kommunikationssystem im Fahrkorb, über das ein Notdienst ständig erreicht werden kann. Für Bestandsanlagen endete die Übergangsfrist am 31.12.2020 (Quelle: TÜV SÜD, Zuletzt aufgerufen: 19.10.2026). Welche Regel für Ihre Anlage gilt, hängt vom Anlagentyp ab.

    Reicht ein Alarmknopf oder eine Klingel am Aufzug aus?

    Nein, wenn der Alarm nur in unmittelbarer Nähe des Aufzugs auslöst. Laut TÜV SÜD erfüllt eine solche Lösung die Anforderungen der BetrSichV nicht (Zuletzt aufgerufen: 19.10.2026). Erforderlich ist eine Sprechverbindung zu einem ständig erreichbaren Notdienst.

    Was muss im Notfallplan für eine Aufzugsanlage stehen?

    Mindestens Standort, verantwortlicher Arbeitgeber, Personen mit Zugang, Befreiungsberechtigte, Erste-Hilfe-Kontakte, voraussichtlicher Befreiungsbeginn und Notbefreiungsanleitung.

    Befreit die Notrufzentrale die eingeschlossenen Personen selbst?

    Nicht automatisch. Die Leitstelle nimmt den Notruf an, spricht mit den Personen und alarmiert die im Notfallplan und Alarmplan vereinbarten Stellen. Die Befreiung führen Befreiungsberechtigte, Servicepartner, Feuerwehr oder Rettungsdienst durch.

    Welche Informationen braucht ALZENTRA-Sievers für die Aufschaltung?

    Standort und Bezeichnung des Aufzugs, die Anlagenkennung, Ansprechpartner, Zugangsmöglichkeiten, Befreiungsberechtigte und Erste-Hilfe-Kontakte, also im Wesentlichen den Notfallplan.

    Wie oft muss der Aufzugnotruf geprüft werden?

    Die zugelassene Überwachungsstelle prüft die Notrufeinrichtung im Rahmen der Haupt- und Zwischenprüfung. Die Hauptprüfung darf höchstens zwei Jahre auseinanderliegen, in der Mitte erfolgt eine Zwischenprüfung (BetrSichV Anhang 2 Abschnitt 2 Nr. 4). Wie oft Sie zusätzlich selbst testen sollten, hängt vom eingebauten System ab.

    Was kostet es, einen Aufzugnotruf aufzuschalten?

    Die Kosten hängen vom Einzelfall ab. Wir erstellen Ihnen ein unverbindliches Angebot nach Beratung.

    Letzte Aktualisierung: 20.10.2026

    Notfallplan-Vorlage zum Download

    Unsere kostenlose Vorlage ist ein Ausgangspunkt für den Notfallplan Ihrer Aufzugsanlage mit den Pflichtangaben nach BetrSichV Anhang 1 Nr. 4.1. Die Vorlage ersetzt keine Prüfung durch Sie oder Ihre Prüforganisation. Passen Sie sie an Ihre Anlage an.

    Ihre Eingaben werden nur in Ihrem Browser verarbeitet und nicht übertragen.

    Aufzugsanlage

    Steht auf dem Typenschild im Fahrkorb oder im Prüfbuch der Anlage.

    Verantwortlicher Arbeitgeber / Betreiber

    Kontakte im Notfall

    Personen mit Zugang zu allen Einrichtungen der Aufzugsanlage

    Personenbefreiung durch

    Erste Hilfe Kontaktdaten

    Feuerwehr / Notarzt 112

    Befreiung und Prüfung

    Bei einer Personenbefreiung aus einem steckengebliebenen Aufzug gilt in Deutschland die 30-Minuten-Regel. Gemäß den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 3121 und TRBS 2181) soll die Zeit von der Notrufabgabe bis zum Eintreffen der Hilfeleistung vor Ort eine halbe Stunde nicht überschreiten.

    Zuständige Zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS)

    Hinweis: Diese Vorlage dient nur zur Orientierung. Keine Gewähr für Richtigkeit/Vollständigkeit/Aktualität. Nutzung auf eigene Verantwortung; Betreiber muss Angaben objektbezogen prüfen und laufend aktualisieren. Haftung – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.