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Digitaler Nachlass: Was Angehörige über Online-Konten und Passwörter wissen sollten

von | Apr. 28, 2026 | Wichtige Vorsorge | 0 Kommentare

Diesen Text gibt es auch in Einfacher Sprache.

Vieles findet heute online statt: Wir kommunizieren per E-Mail, pflegen Kontakte in sozialen Netzwerken, schließen Verträge für Strom oder Mobilfunk im Internet ab und nutzen vielleicht sogar smarte Geräte in unserem Zuhause. Doch was passiert mit all diesen Daten und Zugängen, wenn wir uns plötzlich nicht mehr selbst darum kümmern können?

Als Ihr Partner für ein sicheres und selbstbestimmtes Leben möchten wir bei AUTAVIE-Sievers heute ein Thema ansprechen, das oft übersehen wird: die digitale Vorsorge. Eine gute Regelung Ihres digitalen Nachlasses kann Ihren Angehörigen im Ernstfall viel Stress, Zeit und Kosten ersparen.

Das unsichtbare Erbe: Was ist der digitale Nachlass?

Zum digitalen Nachlass gehört alles, was Sie im Internet an Spuren und Werten hinterlassen. Das Problem: Online abgeschlossene Verträge enden nicht automatisch, wenn eine Person nicht mehr handlungsfähig ist oder verstirbt. Sie laufen weiter und verursachen Kosten, bis sie aktiv gekündigt werden.

Ohne die passenden Zugangsdaten wird es für Angehörige jedoch schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen und notwendige Schritte einzuleiten.

Quelle: Verbraucherzentrale (Stand: 20.03.2026)

Verträge laufen weiter

Online abgeschlossene Verträge enden nicht automatisch. Ohne Zugangsdaten können Angehörige diese nicht kündigen – es entstehen unnötige Kosten.

E-Mail-Konten

Zugänge zu E-Mail-Providern und darin enthaltene Korrespondenz.

Soziale Netzwerke

Profile bei Facebook, Instagram, WhatsApp und anderen Plattformen.

Online-Verträge

Strom, Mobilfunk, Streaming-Dienste und andere Abonnements.

Smart-Home-Geräte

Zugänge zu vernetzten Geräten und deren Steuerungssystemen.

In 3 Schritten zur digitalen Vorsorge: Eine praktische Anleitung

Eine rechtzeitige und durchdachte Regelung ist der beste Weg, um Chaos zu vermeiden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt hierzu ein klares Vorgehen, das wir für Sie zusammengefasst haben.

1

Eine Vertrauensperson bestimmen und bevollmächtigen

Der erste und wichtigste Schritt ist, eine Person Ihres Vertrauens zu bestimmen, die sich um Ihre digitalen Angelegenheiten kümmern soll. Halten Sie diese Entscheidung schriftlich in einer Vollmacht fest.

Wichtig ist, dass diese Vollmacht „über den Tod hinaus" gilt. Nur so kann Ihre Vertrauensperson auch nach Ihrem Ableben handeln. Ein Muster für eine solche Vollmacht finden Sie zum Beispiel im Online-Tool der Verbraucherzentralen.

Quelle: Verbraucherzentrale (Stand: 20.03.2026)

2

Eine vollständige Liste aller Online-Konten erstellen

Eine Vollmacht allein reicht oft nicht aus, denn sie ist nur der rechtliche Schlüssel. Ihre Vertrauensperson benötigt auch die praktischen Schlüssel: Ihre Zugangsdaten. Erstellen Sie eine detaillierte Liste all Ihrer Online-Konten. Diese sollte enthalten:

Den Anbieter (z. B. E-Mail-Provider, soziales Netzwerk, Online-Shop)
Ihren Benutzernamen (oft die E-Mail-Adresse)
Ihr Passwort
Optional Anweisungen, was mit dem Konto geschehen soll (z. B. löschen, in einen Gedenkzustand versetzen, Fotos sichern)

Zwei-Faktor-Authentifizierung beachten

Viele Konten sind durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) geschützt. Ihre Vertrauensperson muss wissen, wie sie im Notfall auf Ihr Smartphone zugreifen kann, um die benötigten Codes zu erhalten.

Quelle: Verbraucherzentrale (Stand: 20.03.2026)

3

Die Liste sicher und zugänglich aufbewahren

Bewahren Sie diese wichtige Liste an einem sicheren Ort auf. Das kann ein verschlossener Umschlag sein, den Sie zu Ihren wichtigen Dokumenten legen. Entscheidend ist: Ihre Vertrauensperson muss wissen, wo sie diese Liste im Ernstfall finden kann.

Legen Sie die Liste am besten gemeinsam mit Ihren Notfallunterlagen ab, damit alles Wichtige an einem Ort zusammengefasst ist.

Verantwortung übernehmen, Sicherheit schaffen

Sich frühzeitig um den digitalen Nachlass zu kümmern, ist ein Ausdruck von Fürsorge. Sie nehmen Ihren Liebsten eine schwere Bürde von den Schultern und sorgen dafür, dass Ihr digitales Leben in Ihrem Sinne geordnet wird. Es ist ein weiterer, wichtiger Baustein für ein rundum selbstbestimmtes Leben.

Digitale Vorsorge ist ein Akt der Fürsorge. Regeln Sie Ihren digitalen Nachlass rechtzeitig – und nehmen Sie Ihren Angehörigen eine schwere Bürde von den Schultern.

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